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Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten, aber auch die Schweiz, begehen 2018 das Jahr des Kulturerbes. Das kulturelle Erbe, das durch viele Entwicklungen bedroht ist, soll durch Partnerschaften von Institutionen, aber auch durch die breite Bevölkerung selber bewusst gemacht werden und die Wertschätzung erfahren, die es verdient.

Baudenkmäler leiden unter urbaner Verdichtung, Nutzungs- und Gewinninteressen der Eigentümer, an manchen Orten auch unter kriegerischer Zerstörung, Plünderungen und Vernachlässigung aufgrund fehlender Mittel zum Unterhalt. mural.ch hat sich der Dokumentation und Reflexion von moderner Monumentalkunst verschrieben. Sie können hier Werke dokumentieren, die Sie in Ihrer Nähe oder auf Ihren Wegen vorfinden. Hier werden Sie fortlaufend Vorschläge zu Rundgängen zu Werken der Wandbildkunst vorfinden.

Wandertour zu den bemalten Dörfern in der Montagna varesina

von Alex Winiger, Mai 2017

Die Bewegung der «borghi dipinti» Italiens hat ihren Ursprung in einer Initiative der Tourismusbehörde von Varese Mitte der 1950er-Jahre, einen neuen Anziehungspunkt in den sich entvölkernden Bergdörfern des Varesotto zu schaffen. Das Dorf Arcumeggia in der Valcuvia machte 1956 den Anfang. Das Ziel war es nicht nur, möglichst prominente Kunstmaler aus ganz Italien für das Projekt zu gewinnen, sondern diese in einer eigens geschaffenenen «Casa del pittore» unterzubringen und zu verpflegen. Die Maler unterrichteten in Sommerkursen und realisierten eigene Werke, zumeist Fresken.

Abbildung Ottolini, Arcumeggia Weitere Dörfer schlossen sich der Initiative an, vornehmlich in den 1970er- und 1980er-Jahren. Die Themen kreisen um das traditionelle Handwerk und die Religion. Auch die Emigration wird manchenorts dargestellt. Landschaften, florale Motive und vereinzelte ungegenständliche Darstellungen sind ebenfalls zu finden.

Heute sind in ganz Italien ungefähr 160 Orte der Vereinigung der bemalten Dörfer (Associazione Paesi Dipinti Italiani, mit Sitz in Varese) angeschlossen. Ungefähr 300 gibt es, darunter auch das legendäre Projekt Francesco de Casinos, das sardische Dorf Orgosolo, das in Italien jeder kennt und das im Internet als einer der ersten Treffer zum Stichwort «Muralismus» erscheint.

Die «borghi dipinti» führen in Italien eine Tradition der Malerei im öffentlichen Raum jenseits des Monumentalismus der 1930er-Jahre fort. Die Bewegung hat einen volkskünstlerischen Charakter, ausgereifte Werke gestandener Kunstmaler stehen neben denjenigen von Amateuren, Sommerkursbesuchern und Kindern.

Da die Dörfer naturgemäss eher abgelegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sehr gut erschlossen sind, bieten sie sich für den Besuch im Rahmen von Wandertouren an. Dies – den Tourismus in die Dörfer zu bringen und so eine Lebensgrundlage für die Ansässigen zu schaffen – war ja auch die ursprüngliche Intention der Initiative des EPTV. […]

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Sergio Michilini, ein Partisan des politischen Muralismus der Jahrtausendwende

Der aus Norditalien stammende Maler ist von der 1968er-Studentenbewegung geprägt. 1948 geboren studierte er um 1970 in Mailand und Florenz Kunst. Damit ist er ein eher typischer Vertreter seiner Generation. Untypisch ist sein Umgang mit der künstlerischen Tradition. […]

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mural.ch: Relaunch 2017

mural.ch hat per 2017 ein Facelifting und neue Features erhalten.

Neue Rubrik Themen

Themen ist eine Artikelrubrik ähnlich derjenigen eines Wiki. Ein thematischer Aspekt kann zusammengefasst und mit Einträgen der Datenbank verlinkt werden. Die Gestaltung ist frei, es können Fussnoten angefügt oder Bilder eingebettet werden.

Neue Rubrik Werkgruppen

Der architektonische Kontext, der Ort oder eine Gruppe von Werken wird zunächst wie ein einzelnes Werk erfasst, dann verlinkt mit zugehörigen Werken. Der Eintrag erscheint jetzt in der Rubrik Werkgruppen.

Alternative Anzeige von relativen Einträgen als Bilder oder Tabellen

Listen innerhalb einer Detailanzeige (zum Beispiel die Auflistung der Literatur zu einem Werk) zeigen standardmässig nur noch die ersten zehn Einträge. Die vollständige Anzeige kann aufgeklappt werden. Alternativ ist es möglich, ein solches relatives Verzeichnis (d.h. mit Bezug zum Starteintrag) als Tabelle aufzurufen. Tabellen sind übersichtlicher, enthalten Icons von Abbildungen und sind sortierbar. Werte in einer Tabelle sind separat verlinkt. So kann beispielsweise anstelle der Publikation direkt der Autor voll angezeigt werden, oder anstelle eines Werkeintrags die Vollanzeige der Abbildung dazu.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, vorhandene Abbildungen anstelle der Liste anzuzeigen, was in manchen Fällen eine rasche Entscheidung erlaubt, welches Werk das Gesuchte ist.

Markierung und alternative Anzeige ungültiger externer Links.

Leider hat es sich die Praxis, alte auf neue URL umzuleiten, offenbar nicht breit durchgesetzt. 20% der externen Links auf mural.ch sind nach fünf Jahren bereits nicht mehr gültig. Damit die entsprechende Ressource trotzdem gefunden werden kann, zeigt die Umleitung auf den Eintrag des Links die originale Adresse und hilft so, die Information wiederzufinden.

Ausserdem:

  • Sortierung von Fundmengen
  • Adressanzeige in Google Maps per Link
  • Schnellerer Zugriff dank verbesserten Datenbankabfragen
  • Gute Darstellung auch auf dem Telefon dank responsivem Design