dieser beitrag wurde verfasst in: englisch (eng/en)
künstler/in: David Siqueirostitel: Advocacy for the future victory of medical science against cancer. The Historical Parallel between the Scientific Revolution and the Social Revolutionjahr: 1958. Withdrawn 1985, reinstalled 1997adresse: Centro médico del siglo XXI, hospital de oncología, Av. Cuauhtémoc with Baja California, Col. Doctores, Del. Cuauhtémoc, México D.F.
+: Mural, acrylic on plywood, 2.42 x 26.23 m.
«As a site-specific public mural painting, the composition was related to the low-ceilinged architecture of its location. In the process Siqueiros also created an intriguing manipulation of the pictorial space through the exploitation of optical illusion, engaging the spectator and promoting the need to move to different viewing positions in order to absorb the full impact of the work. However, for his audience, who were relatives of cancer patients, or those themselves awaiting diagnosis or treatment, the rhetoric of the mural was deeply inappropriate.» (Rochfort, 1993)
[…] The mural had to be taken down following irreparable damage to the building in the mexican earthquake of 1985 and was reinstalled in a multistory hall of the new entrance building of the Medical Center.









«Im Jahre 1958 malte Siqueiros in der Empfangshalle des Krebsinstitutes der Medizinischen Akademie von Mexiko ein Wandbild mit dem Thema: 'Kampf dem Krebs'. Beherrst von dem Gedanken, seine Malerei mit Leitsätzen zu verbinden, nannte er sein Wandgemälde: 'Sieg der zukünftigen medizinischen Wissenschaft über den Krebs', und als handle es sich um eine wissenschaftliche These, gibt er ihm den Untertitel: 'Geschichtliche Wechselbeziehung zwischen der wissenschaftlichen und der sozialen Revolution'. Im Grunde aber ist dieses Wandbild, wie fast das gesamte Werk von Siqueiros, Ausdruck der Leidenschaft.
Er malte die leidende Menschheit in einer Art Hölle, deren Beschaffenheit er bei kleinen katholischen Andachtsbildern erfragte. Die Menschen sind Opfer von unzähligen Feinden, die sie, unwissend, nicht besiegen können; sie leben zwischen Flammen vor einem Abgrund. Einer von ihnen zerreisst die Fesseln. In ihm verkörpert Siqueiros die eweige Unruhe des menschen, den Beginn des Vormarsches der Menschlichkeit. Er allein zeigt unter all diesen Wesen muskulöse Formen, ausdrucksvolle Gesten und Willen. Von dort beginnt der Marsch der Menschen, der Völker zur Wissenschaft. Aus den klagenden Schatten werden gestaltete Menschen mit eigenen Gesichtszügen und nationalen Merkmalen. Der Marsch endet vor den Wissenschaftlern, die neben einer Kobaltkanone stehen.
Auf der letzten Tafel sehen wir die Menge über zwei unförmige Monstren triumphieren: eines mit dem Gesicht eines degenierten menschlichen Wesens; das andere in Form eines Kolosses, dessen gefährliche Strahlen Menschen in Gerippe verwandeln. In der Darstellung dieser zwei Monstren – des Krebses am Körper des Menschen und am Körper der Gesellschaft – zeigt Siqueiros seine künstlerische Reife und sein dichterisches Vermögen. Sie sind wirdlich monströs und verkprpern zwei Übel, die die Menschheit mit der Wurzel ausreissen muss. Auch malerisch sind sie nicht bloss abstossend. Sie lassen das erkennen, was vernichtet werden muss.»