dieser beitrag wurde verfasst in: deutsch (ger/deu/de)
verfasserin/verfasser: Tim Zulauf
titel: Ererbte Widersprüche. Überlegungen zu den Kunstprojekten in der Hardau
+: In: Michael Hiltbrunner und Christoph Schenker (Hg.), Kunst und Öffentlichkeit. Kritische Praxis der Kunst im Stadtraum Zürich, Zürich 2007, S. 327–341
«Der Umgang mit Kunst am Bau ist allein aufgrund ihrer Vergangenheit immer schon mehrschichtig. In ihrer Entstehungsgeschichte hat sie im Wesentlichen drei Funktionen übernommen: Einerseits galt es für die jungen demokratischen Staaten Identifikationsbilder zu finden. Zum anderen diente sie der Arbeitsbeschaffung und zur Unterstützung einer finanziell bedürftigen Künstlerschaft. Kunstimmanent schliesslich bearbeitete Kunst am Bau seit der späten Moderne die Abspaltung der Baukunst von Skulptur und Bild. Kunst am Bau ist damit immer schon in eine Ideologiegeschichte eingebunden, in der sich die Illustration von Staatsmodellen, die gesellschaftliche Anerkennung vom Künstlerstatus und die Architektur- und Kunstfachdiskurse Geltung zu verschaffen suchten.» (S. 338)