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dieser beitrag wurde verfasst in: deutsch (ger/deu/de)

verfasserin/verfasser: Matthias Frehner

titel: Kunst im «Club zur Geduld»

+: In: Lukas Gloor und Peter Wegmann (Hg.), Im Licht der Romandie. Oskar Reinhart als Sammler von Westschweizer Kunst, Ostfildern 2001, S. 69–86

«Wir befinden uns im 'Römerholz', im Mai 1935. Versammelt sind drei Freunde: der Kunstsammler Oskar Rheinhart (1885–1965), der Maler Hans Schoellhorn (1892–1982) und der Bildhauer Hermann Hubacher (1885–1976). Ort der Begebenheit ist das 'Atelier'. Dieses war damals wohl gerade bezogen worden, nachdem sich Oskar Reinhart im unteren Teil seiner Villa einen Bäder- und Sporttrakt hatte bauen lassen, in dem auch ein grosszügiges Künstleratelier integriert war. Künstlerbesuche gab es im 'Römerholz' des öftern. Doch nur sehr gute Freunde des Hausherrn erhielten Gastrecht. In den Genuss, in Oskar Reinharts luxuriösem Atelier arbeiten zu dürfen, kamen nur wenige Künstler, neben Hans Schoellhorn und Hermann Hubacher wäre etwas Alfred Kolb zu erwähnen, der im 'Club zur Geduld' ebenfalls mit eineigen Werken vertreten ist. Und dann weiter der Jugendfreund der Reinhart-Brüder, der Expressionist Karl Hofer. Wem das Privileg zu Teil wurde, der lebte fürstlich: Er war sich der Anteilnahme des Sammlers gewiss, speiste mit ihm, wurde in neue Kunstkäufe eingeweiht und schlief in einem der herrschaftlichen Gastzimmer in der Villa. Das Atelier war bei ungünstigem Wetter durch einen unterirdischen Gang zu erreichen, wobei Oskar Reinhart für unvorbereitete Besucher immer einige Überraschungen auf Lager hatte. Wenigstens das erste Mal sind sicher auch Hans Schoellhorn und Hermann Hubacher zu Tode erschrocken, als sie der Hausherr im unterirdischen Gang unter einem Vorwand vorausgehen hiess und den Nichtsahnenden aus einer dunklen Nische plötzlich ein brüllender Löwe entgegensprang. Über das Entsetzen seiner unschuldigen Besucher ob des ausgestopften Monsters, das Reinhart per Knopfdruck in Aktion setzte, konnte er sich im Nachhinein königlich amüsieren.» (S. 82)