Konzept
eingetragen von Alex Winiger am 10.06.2008, 08:36 (email senden)
Anwendungsorientierte dynamische Online-Dokumentation zur Modernen Wandmalerei (20. Jahrhundert und zeitgenössische Werke)
Die moderne Wandmalerei erlebte weltweit ihren Höhepunkt in den 1930er-Jahren und ist manchem vielleicht synonym mit lehrhafter Repräsentation eher autoritärer Staaten. Berühmte Beispiele finden sich in Mexico und Osteuropa, aber auch in den USA, China und ganz Lateinamerika. Der Muralismus hat seinen Charakter seit den 1960er-Jahren stark verändert, jedoch nicht aufgehört zu existieren. Im Zusammenhang mit verstärkter (Wohn-)Bautätigkeit sind auch in der Schweiz in jüngerer Zeit neue Wandgemälde entstanden.
Wandmaler benötigen eine Referenz. Ein Versuch in den südlichen USA und in Mexico zieht Schulkinder bei der Schaffung neuer Werke heran, mit der Absicht, so die Qualität von Graffiti zu beeinflussen. Professionelle Muralisten arbeiten mit Literatur oder besuchen Werke, die für sie erreichbar sind.
Meine Recherche auf dem Internet und in Bibliotheken hat ergeben, dass die Dokumentation von Werken äusserst fragmentarisch ist. In der Schweiz existieren Inventare auf verschiedenen Denkmalpflegen oder beim Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, teilweise auf dem Niveau von Excel-Tabellen oder Handkarteien. Wissen ist manchmal bei Restauratoren zu finden, jedoch kaum öffentlich zugänglich. Die schweizbezogenen Publikationen beschränken sich im Wesentlichen auf die Zeit zwischen Jahrhunderwende und der Landesausstellung 1939.
Zum mexikanischen Muralismus sind ausserhalb von Mexico einige Publikationen zum Dreigestirn Diego Rivera, David Siqueiros und José Clemente Orozco zu finden. Zu den vielen hundert Muralisten und tausenden von Werken in praktisch jeder Gemeinde Mexicos finden sich allenfalls vereinzelte Hinweise in Reiseführern. Selbst in Mexico selber sind diese Werke nicht annähernd erfasst. Auch da führt jede Markthallenverwaltung ist eigenes schreibmaschinengeschriebenes Inventar. Manches Werk selbst aus den ruhmvollen Zwanzigerjahren führt ein Dasein hinter Bretterverschlägen oder ungeputzten Schutzgläsern.
Gleichzeitig arbeiten in Mexico einzelne Forschungsgruppen praktisch ausschliesslich zum Thema Muralismo. Das Instituto de Investigaciones estéticas der Universidad autonoma de México UNAM publiziert eine Schriftenreihe unter dem Titel Crónicas. Am Centro nacionál de investigación, documentación y información de los artes plasticas CENIDIAP in Mexico City arbeitet eine ganze Forschungsgruppe am Thema. Die Akademie San Carlos führt einen Lehrstuhl Wandmalerei.
Das Ziel des vorliegenden Dokumentationsprojekts ist es, die lokal vorhandenen Kenntnisse über das Internet zu vernetzen. Das zu schaffende Portal soll somit ausgerichtet sein auf eine internationale Benutzerschaft. Da mancherorts mit älterer Infrastruktur gearbeitet wird, sollen die Pages aus einfachem, schnell ladenden HTML-Code ohne unnötige Grafik aufgebaut sein, basierend auf den Empfehlungen des W3C-Konsortiums ("Accessibility") und Dublin-Core-konform. Dokumentiert werden die Eckdaten zum Werk und zum Autor, die verfügbare Literatur sowie Verweise auf andere Ressourcen auf dem Internet, ergänzt durch wenige kleinere Abbildungen.
Kern des Projekts ist eine MySQL-Datenbank mit PHP-Interface. Das Web wird dynamisch aufgebaut aus den Daten einer mehrdimensionalen Datenbank. Die Programmierung selber soll sehr simpel, objektorientiert und aus standardisierten Elementen (z.B. PEAR) aufgebaut sein. Die Datenbank besteht aus einigen Tabellen, die einfach miteinander in Beziehung gesetzt sind und gleichzeitig abgefragt werden können. Die Module bzw. Tabellen heissen Werk, Person, Literatur und Verweis sowie Wegleitung. Hilfsmodule sind eine Usertabelle und eine Tabelle mit mehrsprachigen Legenden. Die Benutzerführung ist mehrsprachig (zurzeit Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch). Es wird primär eine einfache und sekundär eine flexible Handhabung angestrebt.
>>> Präsentation




